Produktionsprozess / Fertigungsprozess

von | 28. Juli 2026

Definition: Produktionsprozess, Herstellungs- und Fertigungsprozesse

Definition: Produktionsprozess, Herstellungs- und Fertigungsprozesse

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Begriffe Produktionsprozess, Fertigungsprozess und Herstellung oft synonym verwendet. Aus betriebswirtschaftlicher und technischer Sicht weisen diese Definitionen jedoch feine Unterschiede auf. Ein klarer Blick auf die Begrifflichkeiten schafft das nötige Fundament für jede gezielte Prozessoptimierung.

Der Produktionsprozess

Der Produktionsprozess fungiert als der übergeordnete Begriff. Er beschreibt die Gesamtheit aller Vorgänge zur Leistungserstellung. Das bedeutet: Er umfasst die vollständige Umwandlung von Rohstoffen, Hilfs- und Betriebsstoffen in marktfähige Güter. Ein sauber definierter Produktionsprozess schließt neben der eigentlichen Verarbeitung auch die vorgeschaltete Planung, die logistische Organisation, die Materialbereitstellung und die abschließende Qualitätskontrolle ein.

Der Fertigungsprozess

Im Gegensatz dazu fokussieren sich Fertigungsprozesse auf die konkrete, handwerkliche oder maschinelle Umsetzung innerhalb der Produktion. Hier steht die physische Bearbeitung von Materialien, Teilen und Komponenten im Zentrum. Die Montage von Baugruppen, das Fräsen eines Metallblocks oder das Fügen von Einzelteilen bilden den Kern der Fertigung. Der Fertigungsprozess ist somit ein zentraler Baustein des übergeordneten Produktionsablaufs.

Der Herstellungsprozess

Der Begriff Herstellung überschneidet sich stark mit der Fertigung, greift in bestimmten Branchen jedoch weiter. Er schließt auch die chemische, thermische oder biologische Umwandlung von Stoffen ein. Diese Definition greift primär in der Lebensmittel-, Kosmetik- oder Pharmaindustrie. Wenn flüssige oder gasförmige Stoffe durch Reaktionsprozesse entstehen, spricht die Industrie von Herstellung oder Prozessfertigung, seltener von klassischer Fertigung.

Production und Manufacturing im internationalen Kontext

International – besonders in der angloamerikanischen Fachliteratur – werden die Begriffe oft schärfer getrennt. Dort steht „Manufacturing“ für die reine Herstellung physischer Güter und ordnet sich der „Production“, also der gesamten Wertschöpfungskette, unter. Deutschsprachige Experten übernehmen diese feine Unterscheidung zwar zunehmend, im Arbeitsalltag können Sie Ausdrücke wie „Fertigungsverfahren“ und „Produktionsabläufe“ aber weiterhin problemlos austauschen. Eine branchenspezifische Ausnahme bildet der Energiesektor: Wenn Strom oder Gas gewonnen wird, spricht man ausschließlich von Erzeugung, nicht von Fertigung. Unabhängig von der genauen Wortwahl bleibt das grundlegende Ziel jedoch immer gleich: Produkte effizient, ressourcenschonend und in hoher Qualität für die Kunden herzustellen.