Warum Ursachenforschung ein Schlüssel zur Qualität ist
Für Qualitätsmanager, Produktionsleiter und Prozessverantwortliche in der Industrie legt eine systematische Fehleranalyse, insbesondere durch präventive Methoden wie die FMEA, den Grundstein, um Abweichungen gezielt zu beheben und langfristig Kosten zu senken. In industriellen Prozessen stellen unentdeckte Mängel nicht nur ein bloßes Ärgernis dar, sondern bilden einen echten Risikofaktor für die Qualität, die Produktionskosten und die Zufriedenheit der Kunden. Oft reichen schon kleine Abweichungen in den Abläufen aus, um größere Schäden oder sogar komplette Produktionsausfälle zu verursachen.
Die strukturierte Untersuchung der Ursachen nimmt daher eine zentrale Rolle in der Fertigung ein. Sie ist das Werkzeug, mit dem produzierende Unternehmen Probleme systematisch identifizieren, wirksame Maßnahmen zur Fehlerbehebung einleiten und die Güte von Produkt, Prozess und Dienstleistungen sichern. Wenn Teams bei der Fehlererkennung lediglich Symptome und Folgen behandeln, anstatt den wahren Grund eines Problems aufzudecken, kehren Störungen immer wieder zurück.
Bewährte Verfahren, digitale Tools und eine klar strukturierte Vorgehensweise bilden in der Praxis die ideale Kombination, um Fehlerquellen fundiert aufzudecken. Bekannte Methoden wie die Root-Cause-Analysis, das Ishikawa-Diagramm oder die Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse lohnen sich branchenübergreifend. Wie der genaue Einsatz dieser Techniken abläuft und wie moderne Technologien Ihr Team in der Realität dabei unterstützen, erfahren Sie in diesem Artikel.
Fehler in der Fertigung
Produktfehler und Störungen in industriellen Prozessen entstehen an vielen Stationen – vom Wareneingang über die eigentliche Produktion bis zum Vertrieb. Dabei unterscheiden Fachleute im Rahmen der Analyse zwischen internen und externen Fehlerursachen.
Interne Ursachen
Interne Ursachen entstehen direkt innerhalb der eigenen Herstellung oder des Betriebs. Eine Vielzahl von Faktoren kann hier Probleme auslösen, zum Beispiel:
- Unklare Arbeitsanweisungen oder fehlerhafte Vorlagen
- Veraltete Maschinen oder ungeeignete Werkzeuge
- Fehlende Qualifikation oder mangelnde Schulung von Mitarbeitenden
- Lücken in den Arbeitsabläufen oder eine unzureichende Prozessanalyse
Diese Ursachen lassen sich durch interne Ressourcen und gezielte Maßnahmen direkt beeinflussen. Eine gewünschte Optimierung der Effizienz ist bei internen Auslösern nach einer fundierten Ermittlung meist schnell zu erreichen. So lässt sich etwa durch klare, digitale Checklisten verhindern, dass Menschen an der Anlage wichtige Prüfschritte übersehen.
Externe Ursachen
Externe Fehlerursachen liegen außerhalb des direkten Einflussbereichs des Unternehmens. Häufige Quellen für Mängel sind hier:
- Qualitätsschwankungen bei Zulieferern von Komponenten
- Transport- oder Lagerschäden
- Fehlkommunikation mit externen Dienstleistern
- Unvorhersehbare Markteinflüsse wie plötzliche Rohstoffengpässe
Auch wenn sich externe Faktoren schwerer kontrollieren lassen, erfordert ein ganzheitliches Qualitätsmanagement eine umfassende Untersuchung. Nur wer die genauen Auswirkungen kennt, kann beispielsweise Lieferanten wechseln oder interne Puffer aufbauen, um den Schaden für das eigene Projekt zu minimieren.
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Definition Fehleranalyse
Der Begriff Fehleranalyse beschreibt ein systematisches Verfahren zur Identifikation, Dokumentation und Bewertung von Fehlerursachen in industriellen und wirtschaftlichen Abläufen. Die wichtigsten Schritte zur Fehleranalyse sind Fehlerdatenerfassung und Ursachenanalyse. Der Zweck dieser Methode ist es, die Grundlage für eine wirksame Fehlerbehebung und die langfristige Prozessoptimierung zu bilden.
Dabei geht die Definition weit über die reine Erkennung eines Mangels hinaus: Das Ziel besteht in echter Fehlervermeidung für die Zukunft. Für die strukturierte Durchführung kennen wir im Qualitätsmanagement verschiedene etablierte Methoden.
Methoden der Fehleranalyse im Detail
Um Fehleranalysen strukturiert durchzuführen, greifen Unternehmen auf bewährte Standards zurück. Die folgenden fünf Methoden bilden das Fundament der modernen Ursachenforschung.
Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (FMEA)
Die FMEA (auf Englisch: Failure Mode and Effects Analysis) ist eine Methode zur präventiven Fehlervermeidung. In der Praxis hat sich der Begriff FMEA-Analyse etabliert, auch wenn das Wort Analyse darin streng genommen doppelt vorkommt. Sie wurde in den 60er-Jahren von der NASA entwickelt und kommt idealerweise bereits in der Entwicklungsphase zum Einsatz, bevor ein Produkt überhaupt gefertigt wird. FMEA fördert den bereichsübergreifenden Austausch von Fachwissen. Bei der Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse bewertet ein interdisziplinäres Team potenzielle Fehler nach drei Kriterien: der Wahrscheinlichkeit ihres Auftretens, der Bedeutung (Schwere) für den Kunden und der Wahrscheinlichkeit der Entdeckung. Aus diesen Faktoren berechnet das System eine Risikoprioritätszahl. Die Risikoprioritätszahl (RPZ) kann maximal 1.000 betragen. So wissen Konstrukteure und Planer genau, wo das höchste Risiko für teure Rückrufaktionen liegt. In der Auswirkungsanalyse unterscheidet man verschiedene FMEA-Arten:
- System-FMEA: Untersucht das fehlerfreie Zusammenwirken komplexer Systeme und Baugruppen.
- Design-FMEA (auch Konstruktions-FMEA): Fokussiert sich auf die Auslegung der Bauteile. Hier wird geprüft, ob das Design alle Anforderungen erfüllt, um den sogenannten Failure Mode (die Art des Versagens) zu verhindern.
- Prozess-FMEA: Analysiert die geplanten Produktions- und Montageabläufe auf Schwachstellen.
Fehler-Ursachen-Analyse (Root-Cause-Analysis)
Das Ishikawa-Diagramm
Q7 nach Kaoru Ishikawa
Die 5-Why-Methode
- Warum stand die Maschine still? (Sicherung ist durchgebrannt).
- Warum brannte sie durch? (Der Motor war überlastet).
- Warum war der Motor überlastet? (Das Lager war unzureichend geschmiert).
- Warum war es nicht geschmiert? (Die Schmierpumpe fiel aus).
- Warum fiel die Pumpe aus? (Ihre Welle war abgenutzt, da ein Wartungsintervall fehlte.)
Ergebnis: Die Maßnahme lautet nicht „Sicherung tauschen“, sondern „Wartungsplan für die Schmierpumpe einführen“.
Digitale Tools als Bestandteil einer Fehleranalyse
Mit der zunehmenden Digitalisierung haben sich auch die Werkzeuge zur Auswertung weiterentwickelt. Moderne Softwarelösungen bringen Tempo in die Ursachenfindung: Die strukturierte Dokumentation von Abweichungen, die automatisierte Identifikation von Fehlerquellen und die Verfolgung von Gegenmaßnahmen über das gesamte Unternehmen hinweg gelingen mit einem digitalen Produkt wesentlich sicherer.
Besonders hilfreich sind Anwendungen, die Wenn-Dann-Logiken unterstützen: Sobald ein Mitarbeiter einen bestimmten Fehler an der Anlage erfasst, blendet das System automatisch passende Ursachen- oder Maßnahmenfelder ein. Das sorgt für mehr Dynamik und reduziert den Zeitaufwand. Jeder Experte im Betrieb erhält genau die Daten, die er für seine Auswertungen benötigt.
Darüber hinaus ermöglichen digitale Systeme die Verknüpfung von Analysen mit anderen Bereichen des Qualitätsmanagements – etwa mit der Qualitätssicherung, der Auditierung oder der Schulungsverwaltung. Daten aus verschiedenen Unternehmensbereichen fließen zusammen, lassen sich vergleichen und auf Knopfdruck, oft auch mehrsprachig oder direkt auf Deutsch, auswerten.
Qualitätsmanagement mit digitalen Tools: Mit dem tepcon instructor zu geringeren Fehlerquoten
In der Servicedokumentation, als Montageanleitung und als Arbeitsanweisung liefert unsere Softwarelösung instructor umfassende Unterstützung für Prozesse in der Produktion. Mit detaillierten Step-by-Step-Anleitungen begleitet das Tool selbstständig tätige Werker durch unterschiedlichste Abläufe.
Für die Fehleranalyse greift das System als aktive Vorsorgemaßnahme: Dank der fortlaufenden Dokumentation aller Arbeitsschritte generiert das Tool automatisch belastbare Daten, um die Produktionskosten transparent zu überwachen.
Darüber hinaus wird der instructor zum direkten Akteur in der Fehlerbewältigung: Das System kann gemäß seiner Wenn-Dann-Logik in Formularen bei der Protokollierung von Abweichungen gezielt nachfragen und bei Bedarf zusätzliche Prüfschritte ein- oder ausblenden. Ein integriertes Ticketsystem ermöglicht es, Störungen sofort zu erfassen, alle zuständigen Beteiligten zu benachrichtigen und die Wirksamkeit von umgesetzten Veränderungen zu analysieren.
Sämtliche Informationen stehen jederzeit ortsunabhängig zur Verfügung. Anpassungen von Prozessen gelingen schneller, da geänderte Vorgaben digital direkt an die Arbeitsplätze gepusht werden. Das verringert die Fehleranfälligkeit spürbar, senkt den manuellen Personalaufwand und steigert die allgemeine Produktivität.
Wir erklären Ihnen gern, wie Sie Ihr Qualitätsmanagement mit dem tepcon instructor optimieren:
Die Fehleranalyse als strategischer Erfolgsfaktor im Qualitätsmanagement
Eine gründliche und zielgerichtete Auswertung ist weit mehr als ein kurzfristiges Pflaster zur Reparatur – sie agiert als strategisches Instrument im Qualitätsmanagement. Mithilfe strukturierter Methoden wie der FMEA, dem Ishikawa-Diagramm und modernen Tools decken Organisationen Schwachstellen auf und beseitigen diese nachhaltig.
Die richtige Auswahl der Techniken lenkt den Erfolg. Ob in der Prozessanalyse, in der Kooperation mit Lieferanten oder bei der Feinjustierung interner Abläufe: Wer Fehlerquellen versteht, ebnet den Weg zu einer reibungslosen Herstellung und zufriedeneren Kunden. Nutzen Sie die Möglichkeiten zeitgemäßer Software, um aus Abweichungen zu lernen und kontinuierlich besser zu werden – zum direkten Vorteil für Ihr Projekt, Ihre Produkte und die gesamte Unternehmensleistung.
Sichern Sie sich einen Wettbewerbsvorteil und lassen Sie sich umfassend zu den Möglichkeiten beraten, die der instructor Ihrem Betrieb bietet.


