Inhaltsübersicht
- 1 Das Wichtigste auf einen Blick
- 2 Definition Anlagenverfügbarkeit und Maschinenverfügbarkeit
- 3 Warum sich Unternehmen mit der Verfügbarkeit von Anlagen und Maschinen befassen müssen
- 4 Vorteile auf einen Blick
- 5 Herausforderungen und Hindernisse: was der perfekten Verfügbarkeit im Wege stehen kann
- 6 Methoden der Anlagen- und Maschinenverfügbarkeit
- 7 Overall Equipment Effectiveness: die Schlüsselkennzahl im Überblick
- 8 Verfügbarkeit in Zeiten von Industrie 4.0
- 9 Der tepcon instructor als Werkzeug für die optimierte Anlagen- und Maschinenverfügbarkeit
- 10 FAQ zur Maschinen- und Anlagenverfügbarkeit
Das Wichtigste auf einen Blick
Maschinenverfügbarkeit und Anlagenverfügbarkeit sind zentrale Kennzahlen jeder produzierenden Industrie. Sie messen, wie lange eine Maschine oder Anlage tatsächlich zur Verfügung steht – und damit, wie effizient Ihre Produktion läuft. Unternehmen, die ihre Verfügbarkeit systematisch messen und verbessern, reduzieren ungeplante Ausfallzeiten, senken Kosten und stärken ihre Wettbewerbsfähigkeit. Dieser Artikel erklärt Grundlagen, Methoden und Werkzeuge – und Sie erfahren auch, wie Ihnen unser tepcon instructor bei der Optimierung helfen kann.
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Was ist Maschinenverfügbarkeit – und warum ist sie so entscheidend?
Maschinenverfügbarkeit beschreibt den Anteil der Zeit, in der eine Maschine tatsächlich produktiv nutzbar ist – gemessen an der geplanten Produktionszeit. Die Formel lautet:
Maschinenverfügbarkeit = (Geplante Produktionszeit – Ausfallzeit) / Geplante Produktionszeit × 100 %
Schauen wir uns eine Berechnung am konkreten Beispiel an.Steht eine Anlage von 8 geplanten Stunden 1,5 Stunden durch Störungen, Wartung oder Rüsten still, ergibt sich ein Wert von 81,25 % – solide, aber mit konkreten Maßnahmen steigerbar.
Definition Anlagenverfügbarkeit und Maschinenverfügbarkeit
Die Maschinenverfügbarkeit bezieht sich auf eine einzelne Maschine: Sie misst, wie lange diese in einem definierten Zeitraum einsatzbereit ist. Technische Störungen, Wartung oder Rüstzeiten reduzieren die Laufzeit und damit den Verfügbarkeitswert.
Die Anlagenverfügbarkeit betrachtet gesamte Produktionslinien oder verkettete Systeme. Fällt eine einzelne Maschine aus, beeinflusst das die Verfügbarkeit des gesamten Prozesses – selbst wenn alle anderen Maschinen und Anlagen einwandfrei laufen.
Mitunter werden die beiden Begriffe der Anlagenverfügbarkeit und Maschinenverfügbarkeit aber auch synonym verwendet.
Häufig wird in diesem Zusammenhang zusätzlich zwischen der technischen Verfügbarkeit und der Nutzungsverfügbarkeit unterschieden. Die Overall Equipment Effectiveness (OEE) geht noch weiter und verknüpft die Verfügbarkeit mit Leistung und Qualität zu einer einzigen prozessorientierten Kennzahl.
Warum sich Unternehmen mit der Verfügbarkeit von Anlagen und Maschinen befassen müssen
Jede ungeplante Ausfallzeit kostet nicht nur Produktionszeit, sondern auch bares Geld: Personalkosten laufen weiter, Aufträge verzögern sich, und der ROI der Maschineninvestition sinkt. Eine hohe Verfügbarkeit stellt sicher, dass die Produktion reibungslos läuft, Lieferfristen eingehalten werden und Kapazitätsplanungen aufgehen. Die Optimierung der Maschinenverfügbarkeit ist in vielen Unternehmen eines der größten Hebelpotenziale.
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Vorteile auf einen Blick
Eine konsequente Verbesserung der Verfügbarkeit von Maschinen in der Produktion zahlt sich auf mehreren Ebenen aus:
- höhere Produktivität durch mehr genutzte Produktionszeit je Schicht
- geringere Kosten durch Vermeidung ungeplanter Ausfälle
- bessere Planbarkeit von Produktion, Personal und Material
- Steigerung der Gesamtanlageneffektivität durch Verbesserung des Verfügbarkeitsfaktors
- kürzere Rüstzeiten und weniger organisatorische Stillstände der Produktion
- höhere Qualität, geringere Verluste durch stabilere Produktionsprozesse
Herausforderungen und Hindernisse: was der perfekten Verfügbarkeit im Wege stehen kann
Rüstzeiten, technische Störungen und organisatorische Stillstände machen zusammen oft 40 bis 70 % aller Verfügbarkeitsverluste aus. Die häufigsten Ursachen im Überblick:
Technische Störungen und ungeplante Ausfälle
Plötzliche Ausfälle stoppen nicht nur die betroffene Maschine – im Fall verketteter Produktionslinien können sie ganze Bereiche oder gar die gesamte Produktion lahmlegen. Wiederkehrende Störungen an bestimmten Komponenten weisen meist auf unzureichende Wartung hin.
Rüstzeiten und Formatwechsel
Lange Rüstzeiten reduzieren die geplante Produktionszeit und damit den Verfügbarkeitswert direkt. Besonders bei hoher Produktvarianz ist das Rüsten ein zentraler Optimierungshebel.
Organisatorische Stillstände
Fehlende Materialien, ungeklärte Aufträge oder Informationslücken am Shopfloor können Maschinen und Anlagen genauso lange stilllegen wie ein technischer Defekt – werden aber häufig unterschätzt.
Wissensabhängigkeit und fehlende Standardisierung
Wenn die Qualität von Wartung und Rüstprozessen von einzelnen Schlüsselpersonen abhängt und Wissen nicht direkt abrufbar ist, entstehen bei Personalwechsel Qualitätsschwankungen und längere Stillstandzeiten – auf Kosten der Geschwindigkeit und der Anlagenverfügbarkeit.
Methoden der Anlagen- und Maschinenverfügbarkeit
Präventive Instandhaltung: Vorsorgen statt Reagieren
TPM – Total Productive Maintenance
Predictive Maintenance: die nächste Stufe der Instandhaltung
SMED – Rüstzeiten systematisch reduzieren
Overall Equipment Effectiveness: die Schlüsselkennzahl im Überblick
Die Overall Equipment Effectiveness (OEE), auf Deutsch Gesamtanlageneffektivität, bewertet die Produktivität von Maschinen und Anlagen anhand von drei Faktoren: Verfügbarkeit, Leistung und Qualität.
Wie wird die Gesamt OEE berechnet?
Eine Anlage mit 90 % Verfügbarkeit, 85 % Leistung und 95 % Qualität erreicht einen OEE-Wert von 72,7 %. Der Verfügbarkeitsfaktor misst die tatsächlich genutzte Produktionszeit, die Leistung die Produktionsgeschwindigkeit im Verhältnis zur Soll-Leistung, der Qualitätsfaktor den Anteil fehlerfreier Teile.
Berechnung des OEE-Werts:
- OEE = Verfügbarkeit x Leistung x Qualität
- OEE = 0,90 x 0,85 x 0,95 = 0,72675
- OEE = 72,68 % (gerundet 73 %)
Das bedeutet, dass die Anlage unter Berücksichtigung aller Verluste mit einer Gesamteffektivität von rund 73 % läuft.
Mit Blick auf die vorgenannten Methoden des Wissensmanagements zeigt sich: Digitale Anleitungen skalieren prinzipiell besser und können zudem jederzeit von überall her abgerufen werden.
Wann ist ein OEE-Wert gut?
Ein OEE-Wert von 80 % oder mehr gilt in der diskreten Fertigung als sehr gut. Werte unter 40 % signalisieren erheblichen Verbesserungsbedarf. In der Praxis liegen viele Unternehmen beim ersten Messen der Gesamtanlageneffektivität deutlich unter dem, was sie erwartet hätten.
Der Faktor mit dem größten Hebel
Bei der Berechnung der OEE gilt: Der Faktor mit dem niedrigsten Wert hat den größten Einfluss auf den Gesamt-OEE. Deshalb lohnt es sich, die drei Kernkomponenten separat zu betrachten und Maßnahmen gezielt auf den schwächsten Faktor auszurichten.
Der Unterschied zwischen OEE-Wert und technischer Verfügbarkeit
Während die technische Verfügbarkeit ausschließlich die Betriebsbereitschaft der Maschine misst, bezieht der OEE-Wert zusätzlich Leistung und Qualität ein. Unternehmen, die sich nur auf die technische Verfügbarkeit konzentrieren, übersehen möglicherweise erhebliche Verluste in den anderen Bereichen.
Verfügbarkeit in Zeiten von Industrie 4.0
Die Digitalisierung verändert den Umgang mit Maschinen- und Anlagenverfügbarkeit grundlegend. Vernetzte Sensoren, MES-Systeme und cloudbasierte Analysetools ermöglichen heute die kontinuierliche, automatische Erfassung aller relevanten Maschinendaten – in Echtzeit und deutlich präziser als jede manuelle Datenerfassung. Moderne Technologien wie IoT-Sensoren erkennen Stopps automatisch, optimieren Wartungsintervalle datenbasiert und liefern die Grundlage für Predictive-Maintenance-Strategien in der Wartung und Instandhaltung. Unternehmen, die diesen Schritt gehen, gewinnen eine belastbare Datenbasis für die kontinuierliche Optimierung ihrer Produktionsprozesse – und einen echten Wettbewerbsvorteil.
Der tepcon instructor als Werkzeug für die optimierte Anlagen- und Maschinenverfügbarkeit
Wir bei tepcon haben mit dem instructor ein digitales Tool entwickelt, das an mehreren Stellschrauben der Maschinen- und Anlagenverfügbarkeit ansetzt – von der Wartungsdokumentation bis zur Störungsmeldung.
Standardisierte Wartungsanleitungen für konsistente Instandhaltung
Mit dem tepcon instructor erstellen Sie digitale Schritt-für-Schritt-Wartungsanleitungen, die Ihren Technikern jederzeit – auch offline – zur Verfügung stehen. Markerbilder, Videos und 3D-Inhalte machen komplexe Wartungsschritte klar verständlich und reduzieren Fehler zuverlässig.
Digitale Checklisten, Aufträge und Prüfanweisungen
Wartungsaufgaben lassen sich strukturiert planen, zuweisen und überwachen. Jede Durchführung wird automatisch protokolliert, jeder Prüfschritt nachvollziehbar dokumentiert. So wird aus reaktiver Wartung eine planbare, präventive Instandhaltungsstrategie – mit direktem Effekt auf die Ausfallzeiten.
Das Ticketsystem: schneller reagieren bei Störungen
Tritt eine Störung auf, können Bediener diese sofort erfassen und die zuständigen Mitarbeitenden benachrichtigen. Alle Maßnahmen werden dokumentiert, bis das Problem behoben ist. Das verkürzt Stillstandszeiten und liefert wertvolle Daten für die Analyse wiederkehrender Ausfälle.
Geführte Fehleranalyse und schnelle Störungsbehebung
Im Störungsfall führt der tepcon instructor Ihre Mitarbeitenden Schritt für Schritt durch die Fehleranalyse und anschließende Behebung. Klare Abläufe und visuelle Unterstützung ermöglichen eine schnelle, strukturierte Problemlösung direkt an der Anlage. So werden Stillstandszeiten minimiert – denn Störungen lassen sich nicht vermeiden, aber ihre Behebung gezielt beschleunigen.
Rüstanleitungen und Bausteine für kürzere Formatwechsel
Der instructor bildet Rüstprozesse nach SMED-Logik digital ab: standardisiert, mit zugehörigen Medien und integrierten Prüfpunkten. Häufig genutzte Schritte lassen sich als Bausteine speichern und in verschiedenen Anleitungen wiederverwenden – effizient auch für große Maschinenparks.
Auswertungen und Schnittstellen für datengetriebene Optimierung
Die Auswertungsfunktion liefert transparente Einblicke in Prozessqualität und Optimierungspotenziale. Über GraphQL- und REST-Schnittstellen lässt sich der instructor nahtlos in bestehende ERP-, MES- oder CMMS-Systeme integrieren – für eine durchgängige Datenbasis von der Wartungsplanung bis zur Auswertung.
Jetzt den ersten Schritt machen
Möchten Sie Ihre Maschinenverfügbarkeit systematisch verbessern? Haben Sie eine Frage zu den konkreten Möglichkeiten, die der instructor Ihnen in der Praxis bieten kann? Sprechen Sie uns an – wir zeigen Ihnen in einem unverbindlichen Erstgespräch, wie sich der instructor in Ihrem Produktionsumfeld einsetzen lässt.


